Bärenverhalten entlang von Strassen in der Slowakei

Michaela Skuban

In diesem Projekt haben wir die Daten von 21 besenderten Braunbären untersucht, um ihre Migrationskorridore über Bundes-, Landes- und Gemeindestraßen herauszufinden. Desweiteren haben wir diese Ergebnisse mit den Mortalitätsdaten der slowakischen Bären verglichen. Unsere Arbeit zeigte, dass eben nicht nur Autobahnen, sondern bereits einspurige Straßen entsprechend ihrem Verkehrsaufkommen für die Tiere eine erhebliche Barriere darstellen können. Leider sind genau für diese Straßen keine Querungshilfen eingeplant, obwohl in der Slowakei auf ihnen teilweise bis zu 25.000 Vehikel/24h rollen.
Unsere Ergebnisse zeigten, dass Straßen mit mehr als 5000 Vehikel/24h für unsere Bären unpassierbar waren. Wir konnten einen Trend ausmachen, dass gerade Jungmännchen bis 4 Jahre häufiger das Risiko auf sich nehmen, stärker befahrene Straßen zu überqueren. Diese jungen Männchen stehen unter einem erheblichen Druck, sich ein neues Streifgebiet zu suchen, was auch weiter entfernt von ihrem Geburtsort sein kann. Allerdings garantieren sie auf diese Weise auch den genetischen Austausch zwischen Subpopulationen. Können sie aufgrund vielbefahrener Straßen nicht weiträumig wandern, kann es passieren, dass sich Subpopulationen nicht mehr austauschen können. Dieser Zusammenhang wurde bereits für die slowakischen Bären nachgewiesen. Die westliche Population ist schon heute genetisch unterschiedlich im Vergleich zur östlichen Population. Die Jungmännchen machten leider auch den größten Anteil in der Mortalitätsstatistik aus, was diesen Umstand noch verstärkt.
Die meisten Kreuzungen und tödlichen Unfälle mit Bären passierten in der zweiten Jahreshälfte, wenn die Tiere bereits anfangen, sich einen Winterspeck anzulegen. Der Anbau von Mais, oft entlang stark befahrener Straßen, steigt in der Slowakei jährlich an und kann zahlreiche Wildtiere, inklusive Bären anlocken. Viele Bären halten sich in Maisfeldern auch gefährlich nahe an stark befahrenen Straßen auf, jedoch ohne sie zu kreuzen. Leider müssen immer wieder Tiere diese Futterausflüge mit Leben bezahlen. Konsequenterweise sterben die meisten Bären durch Verkehrsunfälle in der zweiten Jahreshälfte.
Wir stehen in intensivem Kontakt mit der Staatlichen Autobahngesellschaft sowie Naturschutzbehörde der Slowakei. Unsere Studie ist die erste Analyse in der Slowakei, die sich mit diesem hochbrisanten Thema beschäftigt. Wir möchten erreichen, dass durch geeignete Planungen die Landschaft für Bären und andere Wildtiere permeabel gehalten werden kann.

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Fußverkehrsförderung

Raphael Domin, Weimar - Eine Strategie für die Internationale Bauausstellung Thüringen

Ein zentrales Element nachhaltiger Mobilität ist der Fußverkehr. Dieser spielt aus gesellschaftlicher, klimapolitischer und gesundheitlicher Perspektive eine wichtige Rolle. Zudem steht das Zufußgehen in engem Zusammenhang mit der Lebensqualität und räumlich-städtebaulichen Aspekten. Die räumliche Verteilung von Nutzungen, die Distanzen zwischen relevanten Orten und die Gestaltung öffentlicher Räume haben erheblichen Einfluss auf Leben und Fortbewegung im Nahbereich. Obwohl abhängig von der räumlichen Ausgangslage ein Viertel bis ein Drittel aller Wege zu Fuß zurückgelegt werden, findet dies in Verkehrspolitik und -planung bislang nur wenig Beachtung. An dieser Stelle bietet sich ein Engagement der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen aufgrund des neuartigen und innovativen Charakters besonders an. Daher möchte diese Masterthesis für dieses Politik- und Planungsfeld Ansätze und Vorschläge erarbeiten.
Kern der Arbeit stellt die Beschäftigung mit Strategien zur Fußverkehrsförderung dar. Der Modellcharakter und prototypische Ansatz des Formats IBA sollen genutzt werden, um in Thüringen die Förderung des Zufußgehens als zentrales Element nachhaltiger Mobilität zu etablieren. Dafür wird sowohl strategisch auf Landesebene als auch mit einem exemplarischen Projekt gearbeitet. Basis sind die Untersuchung vorhandener Ansätze aus Forschung und Best Practice sowie die Analyse der lokalen Ausgangslage.
Die Arbeit ist in drei zentrale Abschnitte gegliedert. Zunächst wird im Hintergrundkapitel anhand wissenschaftlicher Grundlagen auf die Charakteristika des Zufußgehens sowie die spezifischen Anforderungen aber auch Hemmnisse eingegangen. Hierfür wird auch Best Practice in Baden-Württemberg und der Schweiz herangezogen. Daraufhin wird der Status quo in Thüringen durch eine Analyse der gegenwärtigen Bedeutung des Zufußgehens in Verkehrspolitik und -planung in Thüringen erarbeitet. Im abschließenden konzeptionellen Teil wird anhand der zuvor erarbeiteten Ergebnisse darauf eingegangen, welchen Beitrag die IBA Thüringen leisten und wie Fußverkehrsförderung in deren Programm implementiert werden kann. Zum einen sollen landesweite Ansätze für die Fußverkehrsförderung mit potentiellen Strategien und Fördermöglichkeiten formuliert werden. Andererseits werden Maßnahmen für ein exemplarisches Projekt zum Aufbau einer in besonderem Maße fußverkehrsfreundlichen Gemeinde in einer für Thüringen typischen Mittelstadt ausgearbeitet. Abschließend werden Empfehlungen zur Übertragbarkeit der Ergebnisse gegeben
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»Klara - das kostenlose Lastenrad für Hamburg« 

Größere Einkäufe, Ausflüge, Kindergeburtstage im Park oder Umzüge - manchmal reicht das eigene Rad für Transporte einfach nicht aus. Mit dem Leih-Lastenrad »Klara« schafft der ADFC Hamburg für solche Situationen praktische Abhilfe.
Das Lastenrad kann von wechselnden Stationen in ganz Hamburg durch jeden kostenlos ausgeliehen und genutzt werden.
So sollen möglichst viele Menschen ausprobieren können, wie einfach und unkompliziert sich alltägliche Transporte mit einem modernen Lastenrad erledigen lassen.
Hierfür wurde vom ADFC Hamburg der Arbeitskreis "Lastenrad" gegründet, der ein Lastenrad angeschafft und mit www.klara.bike eine Online-Plattform zur einfachen Buchung geschaffen hat. Der Verleih des Lastenrades ist im Oktober 2015 gestartet. Damit das Leihrad stets funktionstüchtig ist, kümmert sich der ADFC Hamburg um Betrieb und Wartung.

Projektziel ist ein größerer Bekanntheitsgrad von Lastenrädern und damit die Stärkung des Fahrrades als alltäglichem Transportmittel. Es wird ein weiterer Rückgang der Nutzung von PKW auf Kurzstrecken, sowie die Zuwendung zu nachhaltiger Mobilität angestrebt. Von diesem Wandel profitieren Mensch, Umwelt und Klima durch einen geringere Belastung durch Lärm und Abgase, weniger Flächenverbrauch und nicht zuletzt durch eine lebenswertere Stadt.

www.klara.bike

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Wildwarnreflektoren zur Unfallvorsorge

Falko Brieger, Freiburg

Wildunfälle führen zu enormen ökonomischen und ökologischen Problemen. Im Jahr 2012 wurden mehr als 258.000 Wildunfälle in Deutschland registriert, die eine Schadenssumme von über 583 Mio. Euro erzeugten. Bei den Wildunfallzahlen handelt es sich um registrierte Ereignisse bei den ersicherungsgesellschaften -die Dunkelziffer an getöteten Wildtieren durch den Straßenverkehr wird vom Deutschen Jagdverband auf eine Million Tiere geschätzt.
Wildwarnreflektoren haben sich in den letzten Jahrzehnten zu der deutschlandweit am häufigsten verwendeten Präventionsmaßnahme entwickelt. Bisher wurde ein Erfolg von Wildwarnreflektoren lediglich anhand veränderter Wildunfallzahlen nach der Installation der Reflektoren abgeleitet. Allerdings fehlen wissenschaftliche Untersuchungen, die sich auf die Analyse des Verhaltens des Wildtiers als Reaktion auf die Wildwarnreflektoren fokussieren. Daher kommt in dem Promotionsprojekt erstmals ein neuer Methodenansatz zum Einsatz, der aus verschiedenen Elementen besteht:
- Untersuchung des Straßenquerungsverhaltens GPS-besenderter Rehe
- Verhaltensbeobachtungen mit Wärmebildkameras
- experimentelle Reflektorversuche mit Gehegerehen
- experimentelle Fütterungsversuche zur Farbwahrnehmung von Gehegerehen.
Bisher konnte nicht eindeutig, ob Wildtiere auf den reinen Lichtreiz der herannahenden Fahrzeuge oder verstärkt auf das blaue Licht der Wildwarnreflektoren reagieren. Das Ziel der Untersuchung ist, neue Ergebnisse zur Wirkungsweise von Wildwarnreflektoren zu erhalten, die zur Lösung der Unfallproblematik herangezogen werden sollen.

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Auswirkungen der Landschaftszerschneidung auf Rothirsch und Wildkatze

Katharina Westekemper, Göttingen

Die zunehmende Zerschneidung von Lebensräumen durch Verkehrsinfrastruktur beeinflusst das Migrationsverhalten wildlebender Tiere. Doch wie gravierend wirkt sich dies auf die bundesweite Konnektivität und genetische Diversität der Indikator- und Leitarten Wildkatze und Rothirsch aus?
Im Rahmen der Dissertation sollen anhand räumlich und zeitlich hoch aufgelöster genetischer Daten die effektive Konnektivität, großflächige Fragmentierungseffekte und weitere migrationsbeeinflussende Faktoren wie verkehrsstrategisches und jagdliches Management erforscht werden.
In Kooperation mit dem Senckenberg Forschungsinstitut, dem DJV und dem BUND wird ein Monitoring mit anschließender landschaftsgenetischer Analyse durchgeführt.
Aus diesen Daten werden Landschaftsmodelle erstellt, die den Einfluss von Straßen auf den Populationsaustausch erfassen. Zudem werden, basierend auf einem gemeinschaftlichen Konnektivitätsmodell für ganz Deutschland, konkrete Handlungsgrundlagen für eine strategische und umweltverträgliche Verkehrsinfrastruktur erstellt und Schwerpunktgebiete mit erhöhtem Handlungsbedarf ausgewiesen.

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Populationsdynamik und Migrationsmuster von Wildkatzen im Verbundlebensraum Südharz

Saskia Jerosch, Dresden

Die Europäische Wildkatze gilt als international stark gefährdete Art. Durch den Verlust des Lebensraums und die intensive Bejagung bis ins 20. Jahrhunderts kommt die Wildkatze nur noch in wenigen Regionen Mitteleuropas vor. Aufgrund der inselartigen Verbreitung in Deutschland ist zum längerfristigen Erhalt der Art zusätzliches Wissen zur Migration und Populationsdynamik notwendig.
Das Promotionsprojekt untersucht, wie die als waldgebunden geltende Art eine strukturarme, überwiegend landwirtschaftlich und infrastrukturell genutzte Kulturlandschaft überwinden kann. Für den Populationserhalt ist die Gewährung des genetischen Austauschs innerhalb einer Population unerlässlich. Schwerpunkt des Projektes ist es, die Lebensraumansprüche der Wildkatze und potentielle Gefahrenquellen innerhalb einer offenen Kulturlandschaft zu evaluieren und populationsökologische Parameter wie Alters- und Geschlechterverhältnisse der Individuen in einem sogenannten Verbundlebensraum zu erfassen. Dazu wurden erstmalig in Mitteleuropa Wildkatzen in einer überwiegend landwirtschaftlich genutzten, offenen Kulturlandschaft zwischen zwei von Wildkatzen besiedelten Waldlebensräumen telemetrisch beobachtet.
Die gesamte Studiendauer betrug 3 Jahre. Lange Beobachtungszeiträume lieferten Antworten zur allgemeinen Raumnutzung, zu saisonalen sowie Jahres- und Kernstreifgebieten, sowie zur Habitatwahl. Es konnte belegt werden, dass Wildkatzen eine offene Kulturlandschaft, die bisher als ungeeigneter Lebensraum eingeschätzt wurde, dauerhaft nutzen. Auf Grundlage der Ergebnisse entstanden Empfehlungen zu lebensraumverbessernden Maßnahmen, die den Populationsaustausch der Art in offenen Kulturlandschaften fördern.

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Akzeptanz der Wegelänge zu den Haltestellen von öffentlichen Verkehrsmittel(ing) DAY 2012

Rumana Islam Sarker, München

Um das öffentliche Verkehrsnetz zu nutzen, wird ein Teil des Weges zu Fuß zurückgelegt. Für die Entwicklung der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur ist es deshalb wichtig zu wissen, welche Wegelängen die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel akzeptieren. Die Abschlussarbeit von Rumana Islam Sarker untersuchte, wie lange zu den Haltestellen der verschiedenen öffentlichen Verkehrsmittel durchschnittlich gelaufen wird und welche Gründe die Routenwahl beeinflussen. Auf Basis von Survey wurden 500 Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs in den verschiedenen Bereichen der Stadt München befragt. Die Daten wurden mit Hilfe von SPSS und ArvGis Software analysiert. Die Untersuchung zeigte, dass die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel aus den Randgemeinden durchschnittlich länger zu den Haltestellen liefen als die im Zentrum der Stadt. Darüber hinaus war festzustellen, dass die Befragten bereit sind, längere Wege zurückzulegen, um einen Zug zu erreichen als für die Straßenbahn oder den Bus. Es ist daraus zu schließen, dass es für die Nutzer wichtig ist, die kürzeste und schnellste Strecke für Ihren täglichen Arbeitsweg wählen zu können. Bei der Planung einer umweltfreundlichen Verkehrsinfrastruktur sollten Planer diesen Aspekt einbeziehen.

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PARK(ing) DAY 2012

GreenCity, München

APARK(ing) DAY ist ein weltweites Ereignis im Rahmen des Internationalen Autofreien Tags. bei dem Bürger Autoparkplätze verwandeln und dabei ihre Bedürfnisse und Wünsche über die Gestaltung und die Benutzung der öffentlichen Flächen ihrer Stadt kundtun. Daraus entstehen grüne Parkräume. Kunstinstallationen oder Spielplätze, die die Teilnehmer ihren Mitbürgern zur Verfügung stellen. Ziel der Veranstaltung ist es. die Aufmerksamkeit auf die starke Nutzung des öffentlichen Raums durch das Zuparken von Autos zu richten und die Bürger für Alternativen zu sensibilisieren. 2012 findet der PARK(ing) DAY am 21. September statt.

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Radiotelemetrische Freilandstudie an einer Bahndamm‐Population der Ringelnatter zur Entwicklung eines nachhaltigen Schutz‐ und Kompensationskonzeptes bei Eingriffen und Umbaumaßnahmen

Jan Schulze Esking

Anliegen des Projektes von Jan Schulze Esking ist, unser Wissen zur Ökologie und Lebensweise der Ringelnatter zu erweitern, um einen wirksamen Arten- und vor allem auch Ökosystemschutz zu ermöglichen. Es sollen geeignete Kompensationsmaßnahmen entwickelt werden, die bei Eingriffen und Umbauten des Schienennetzes in Deutschland zum Einsatz kommen können.
Eingriffe in das Schienennetz führten in der Vergangenheit häufig zu starken Einbrüche in der Population der Ringelnatter. Um zukünftig wirkungsvolle Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen zu entwickeln, wurden in der Studie von Jan Schulze Esking Daten umfangreicheDaten zur Ökologie und Lebensweise der Ringelnatter erfasst. ImWesentlichen kamen dabei zwei Methoden zum Einsatz. Das in der Feldherpetologie gängige Auslegen künstlicher Verstecke sowie die Radiotelemetrie. Als künstliche Verstecke wurden Profilbleche aus Aluminium genutzt. Die Oberseiten waren dunkel, um die Erwärmung der Bleche durch die Sonne zu fördern. Die Ringelnattern suchten diese sogenannten Schlangenbleche gezielt zur Thermoregulierung auf. Die Tiere wurden mit der Hand gefangen und die biometrischen Messungen anschließend direkt protokolliert. Wichtige Fragen hierbei waren die zeitliche Nutzung des Bahndammes, sowie Daten zur Thermoregulation in Zusammenhang mit der Exposition des Bahndammes.
Der zweite Teil dieser Untersuchung beruht auf der Radiotelemetrie. Damit war es möglich, den Standort eines besenderten Tieres jederzeit zu lokalisieren. Es lassen sich unter anderem die Home Ranges, das sind die genutzten Areale der einzelnen Individuen, Wanderrouten, sowie bevorzugte Aufenthaltsorte identifizieren und detaillierte Einblicke in die Lebensweise der ansonsten so schwer zu entdeckenden Tierart bekommen.

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Fachliche Bewältigung der Anforderungen des § 19 (3) BnatschG hinsichtlich der streng geschützten Arten – am Beispiel der Libelle

Martin Schorr

Zu diesem Projekt werden wir in Kürze an dieser Stelle weitere Informationen veröffentlichen.

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Straßenbäume in Hamburg: Untersuchungen zu Folgen des Klimawandels entlang des urban-ruralen Gradienten

Jessica Ehrhardt

Zunehmende Flächenversiegelung, insbesondere durch Straßenbau, erschweren die Lebensbedingungen speziell für Straßenbäume. Die hohe Verkehrsdichte bedingt stetig steigende atmosphärische CO2- und Ozon-Konzentrationen außerdem. Zusammen mit ansteigenden Temperaturen, und der Häufung von Extremwetter-Ereignissen spiegeln sie den sich vollziehenden Klimawandel wider.

Urbane Ökosysteme unterliegen bereits heute den Umweltbedingungen, wie sie in Klimaszenarien für die nächsten Jahrzehnte großräumig prognostiziert werden und eignen sich daher besonders, Untersuchungen an langlebigen Organismen wie Bäumen durchzuführen.

In dem Promotionsvorhaben werden an sechs Lokalitäten entlang eines urban-ruralen Klimagradienten Untersuchungen an Straßenbäumen ausgewählter Arten und Alter in Hamburg durchgeführt. Die Festlegung der Untersuchungsstandorte entlang des  Klimagradienten erfolgt dabei nach den bereits bestehenden Klimadaten des DWD. Über einen Zeitraum von zwei Jahren werden zusätzlich eigene Daten zu Luft-Temperatur und CO2–Gehalt erhoben. Neben der Entwicklung des Vegetationsbeginns und des Belaubungsgrades über Fotodokumentation und anschließender Auswertung, soll auch das Dickenwachstum dauerhaft über den Untersuchungszeitraum mit fest installierten Umfangsmessbändern aufgezeichnet und ausgewertet werden. Die Quantität der Samen soll über das Auffangen dieser in Trichterfallen, die in den Bäumen angebracht werden, ebenso analysiert werden, wie deren Keimfähigkeit über spezielle Laborapparaturen.

Die Ergebnisse sollen dazu genutzt werden, mögliche Auswirkungen zukünftiger klimatischer Änderungen auf Gehölze schon heute zu messen und um Handlungsempfehlungen für den Straßenbaumbestand untersuchter Arten in Hamburg aussprechen zu können.

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Netzwerk Slowmotion

Dr. Martin Held

Das 2009 gegründete Netzwerk Slowmotion möchte eine neue Mobilitätskultur fördern, bei der hohe Geschwindigkeiten nicht mehr ideologisch überhöht werden und das Langsame zum Minderwertigen erklärt wird. Vielmehr soll ein Gleichgewicht aus Aktivität und Ruhe, eine neue Balance aus Nähe und Ferne, von Langsamkeit und Schnelligkeit angestrebt werden.
Das Grundmotto des Netzwerks charakterisiert zugleich die inhaltliche Ausrichtung. Slowmotion ist ein Netzwerk unterschiedlichster Akteure, die für eine

  • menschenfreundliche
  • postfossile
  • klimaverträgliche und
  • genussvolle

Mobilität einstehen. Die Idee für das Netzwerk wurde bei der Erarbeitung des Buchs „Postfossile Mobilität" geboren und anschließend gemeinsam von der Evangelischen Akademie Tutzing und Green City e.V., München ins Werk gesetzt. Green City koordiniert den Aufbau des Netzwerks und ist zugleich für das Münchner Teilprojekt federführend.
Münchner  Teilprojekt: In München wird im Herbst 2010 eine Veranstaltung unter dem Oberthema „Ich bleib dann mal da" stattfinden. Dazu werden derzeit „Mobilitätsempfehlungen" des Netzwerks Slowmotion erarbeitet. Diese „Mobilitätspyramide 2010 - Mobilität genießen: menschenfreundlich - postfossil - klimaverträglich" soll dort der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Bisher gibt es für den Bereich Verkehr / Mobilität nichts der „Ernährungspyramide" vergleichbares.
Berliner Teilprojekt: In Berlin wird im Herbst 2010 eine Ve ranstaltung zum Oberthema „Wiederaneignung öffentlicher Räume" stattfinden.

Kontakt:

Kai Sonntag - kai.Sonntag@greencity.de / www.greencity.de
Sebastian Stragies - slowmotion.berlin@googlemail.de 

Initiatoren des Netzwerks:
Martin Held und Jörg Schindler

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Postfossil Mobility

Der moderne Verkehr ist fast vollständig vom Erdöl abhängig. Peak Oil, der jetzt aktuell erreichte Höhepunkt der weltweiten Ölförderung, zeigt die Nichtnachhaltigkeit des fossil angetriebenen Verkehrs. Das Ölangebot wird in naher Zukunft kontinuierlich abnehmen. Der Unfall der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko hat dies drastisch vor Augen geführt.

Wir sind gewöhnt, nur den Verkehr zu sehen. Verkehr hat Verkehrsmittel und -infrastrukturen  im Blick. Diese Sicht verstellt jedoch das Wesentliche: Tatsächlich geht es um den Menschen und seine Bedürfnisse. Daher ist Mobilität der grundlegendere Begriff, weil er vom Menschen ausgeht. Im Buch „Postfossile Mobilität – Wegweiser für die Zeit nach dem Peak Oil“ von Jörg Schindler und Martin Held unter Mitarbeit von Gerd Würdemann (erschienen Dezember 2009 im VAS Verlag, Bad Homburg) wird Mobilität umfassend vorgestellt.

Das Buch erzählt die Geschichte der epochalen Transformation vom fossilen Verkehr zu einer postfossilen Mobilität und beschreibt dazu 7 Leitplanken, die für die postfossile Mobilität bestimmend sind: Energieeffizienz, erneuerbare Energien, effizientere Raum- und Siedlungsstrukturen mit einer neuen Balance von Nähe und Ferne, Mobilitätschancen für alle (Nachhaltigkeitsprinzip der Verallgemeinerbarkeit), Körperkraftmobilität für Gesundheit und Wohlbefinden, mehr Beweglichkeit durch Verbindung von digitalen Diensten und Verkehr, attraktive und emotional ansprechende Gestaltung postfossiler Mobilität in einem sich selbst verstärkenden Prozess.

Die Verkehrs- und Mobilitätspolitik wird zunehmend von der lokalen und regionalen Ebene über die nationale Ebene hinaus gehend international bestimmt. Im Buchprojekt wird das Buch ins Englische übersetzt und publiziert, damit diese weitreichende Analyse und Konzeption über den deutschen Sprachraum hinaus verbreitet wird.

 

 

 

Akzeptanz von Straßenbenutzungs-gebühren als Grundlage einer umweltgerechten Verkehrspolitik

Denise Kaniok

Straßenbenutzungsgebühren haben sich als technisch realisierbarer und aus ökonomischer Sicht effektiver Lösungsansatz für Verkehrsprobleme in städtischen Ballungsräumen herausgestellt. Zur Erklärung der Reaktionen der Bürger auf derartige Gebühren kommen unterschiedliche Ansätze in Betracht. Kahnemann und Tversky (1979) weisen bereits vor Jahrzehnten systematische Muster in der menschlichen Präferenzstruktur nach, die von der Annahme der normativen Entscheidungstheorie - einem rational handelnden Individuum - abweichen. Beispielsweise besagt der Framing-Effekt, dass allein die Art und Weise der Darstellung ein und desselben Sachverhaltes zu unterschiedlichen Entscheidungen führen kann. Im Rahmen des Promotionsvorhabens wird mittels einer wissenschaftlichen Untersuchung der Frage nachgegangen, inwieweit sich Heuristiken sowie Verzerrungen im Verkehrskontext und der Bewertung von städtischen Straßenbenutzungsgebühren reproduzieren lassen. Es ist zu prüfen, ob sich menschliche Entscheidungen im Sinne von nachhaltigem Verkehrsverhalten beeinflussen lassen.

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Grundwissen Verkehrsökologie

Matthias Winter

Mit dem Projekt „Grundwissen Verkehrsökologie" wird ein Beitrag dazu geleistet, den Akteuren in Verkehrsplanung, Verkehrspolitik und Verkehrmanagement die komplexen Wechselwirkungen im Bereich „Verkehr und Umwelt" besser zu erklären. Damit soll ein Handbuch vorgelegt werden, das Interessierte aus allen Fachbereichen, vor allem aber auch Praktiker in den Kommunen und Landkreisen, Verkehrsplaner, interessierte Bürger und Bürgerinitiativen sowie NGO anspricht.

Strategisch werden mit dem Handbuch folgende Ziele verfolgt:

  1. Möglichst vollständiger Überblick des Grundwissens zu Verkehr und Umwelt
  2. Motivation zu auf Umweltschutz im Verkehr gerichtetem proaktiven Handeln
  3. Einheitliche, klare Präsentation und Erläuterung der Definitionen und Begriffe 
  4. Adaption der traditionellen Ziele und Vorgehensweisen im Verkehrsbereich auf die aktuellen Herausforderungen
  5. Wecken von Interesse für dieses Fachgebiet.

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